Sternenkratzers Geschichten

Sternenkratzers Geschichten
Science Fiction
Perry Rhodan
Fan Fiction
Der Andromeakrieg
Download (PDF, 176 KB)
Gästebuch
Kontakt
 
 
Der Andromedakrieg
.
"Der Andromedakrieg" © by Sternenkratzer, Oktober 2000

Titelbild PR 230

Eine kurze Erzählung
(sehr frei nach dem Perry Rhodan-Zyklus „Meister der Insel“)

.
***

Einführung

Keine noch so ausgeprägte Phantasie kann die wahre Größe unserer Milchstraße auch nur ansatzweise erfassen. Die Zahl der Sonnen ist im Sinne des Wortes astronomisch. Die Zahl der Planeten ist eine bloße Aneinanderreihung von Ziffern. Die Zahl der Völker ist nicht mehr als ein Abstrakt.

Irgendwo zwischen diesen Zahlen liegt das Reich des Menschen und der Mensch selbst. Klein, unbedeutend, eine Randerscheinung, und für die anderen uninteressant. Doch: wir können stolz sein auf das, was wir erreicht haben. Der Mensch hat seine Spuren hinterlassen.

Als wir, die Menschen, in das All vorstießen, waren die Diktatur und die Tyrannei die am meisten verbreiteten Regierungsformen. Die Bevölkerungen ganzer Planetensysteme wurden unterdrückt, ausgebeutet und abgeschlachtet. Es gab – es gibt! – viel Leid und viel Unrecht dort oben. Seit wir den Weg zu den Sternen beschritten haben begegnet es uns jeden Tag aufs Neue.

Ist es nicht unsere Pflicht, dagegen aufzustehen und den Verdammten neue Hoffnung zu geben? Ist es nicht eine Forderung der Ehre und der Menschlichkeit, zu helfen und das Leid zu lindern? Wäre es nicht eine Lüge, wenn wir behaupten würden, dass die anderen unter der Unfreiheit weniger leiden als wir? Und schließlich: ist es Unrecht, dass wir unsere eigene Freiheit verteidigen?

Deshalb der andauernde Kampf. Deshalb die schlagkräftigste Flotte in der bekannten Galaxis. Deshalb die stete Wachsamkeit. Deshalb die Isolation, die uns nichts lässt außer dem gerechten Stolz, Menschen der Erde, dieser Erde zu sein.

So kam es, dass ein kleines Volk, das ein kleines Reich am Rande der Milchstraße sein eigen nannte, zwangsläufig einer ganzen, weit entfernten Galaxis den Krieg erklären musste.

Prolog

Soldaten in Uniform: man sah sie in den Straßen der Stadt, auf den Bänken in den Parkanlagen und an den Tischen in den Restaurants. Sie waren ein gewohnter Anblick. Sie trugen ihre Uniform aufrecht und selbst der gemeine Rekrut wähnte sich erwählt. Im blauen Himmel der Erde waren die dunklen Schatten der Raumschiffe eine Selbstverständlichkeit. Das wummernde Getöse der Triebwerke war ein alltägliches Geräusch im Hintergrund.

Nur ängstliche kleine Kinder erschraken über das Donnern der Luft.

Des Nachts wanderten die stählernen Kolosse als künstliche Sterne über das Firmament. Oft saß ich auf der Terrasse meiner kleinen Mietwohnung. Ich sah hinauf und fühlte das Majestätische.

Die Bilder im Trivid zeigten Kolonnen uniformierter Menschen, die im Gleichschritt marschierten und dabei ein Lied sangen. Es war ein erhebender Anblick, dem sich keiner entziehen konnte, wenn hunderte, tausende junger Menschen, gestaffelt in langen Reihen und in festlicher Uniform, beleuchtet von Fackeln in der Abenddämmerung, vielstimmig den Eid sprachen: Ich gelobe …

Unsere Jungs und Mädchen kämpften für unsere Freiheit. Heldenhaft und uneigennützig, erfüllt von der gerechten Sache, riskierten sie ihr Leben und gaben alles. Für die Ehre, für den Stolz, für die Menschheit. Für uns. Für mich.

Ich wusste, wir benötigten das Militär, um unsere Freiheit zu verteidigen und zu erhalten. Auch mir wäre eine Welt ohne Kampf und ohne Gewalt lieber gewesen, aber es war eine banale, unbestreitbare Wahrheit: niemand kann in Frieden leben, wenn es dem Nachbarn nicht gefällt.

Die Wirtschaft expandierte. Die Bevölkerungszahl explodierte. Ständig wurde gebaut. Tief in die Erde fraßen sich die Desintegratoren der Bagger, und hoch in den Himmel ragten die Stahlskelette der Neubauten. Alte Häuser wurden abgerissen oder restauriert. Besser, moderner, höher: das war das Motto. Und das war meine Arbeit: zu begutachten, zu beurteilen, zu entscheiden, was erhaltenswert war und was nicht. Hin und wieder erfasste mich eine grundlose Traurigkeit. In diesen Momenten dachte ich, dass die Soldaten und ich uns ähnlich waren. Wir verteidigten das Bestehende. Wir zerstörten das Morsche. Wir erbauten das Neue. All das zur gleichen Zeit.

Das Militär war ein notwendiger Begleiter. Ich erinnere mich an einen Bericht im Trivid. Im Abspann kommentierte der Moderator mit einem süffisanten Lächeln: Wieder einmal macht sich unsere ruhmreiche Flotte auf, den Rand des Universums zu finden. Vielleicht haben wir diesmal Glück, und sie fallen hinunter. Ich lachte. In der Art, wie man über einen Witz lacht, den man unter Freunden über einen Freund macht.

Dies war das erste Mal, dass ich auf die kommenden Ereignisse aufmerksam wurde.

Die Administration hielt sich bedeckt. Das Militär verweigerte jeden Kommentar. Gerüchte schossen aus dem Boden. Reportagen über die Zentrumsgegend unserer Milchstraße begannen sich zu häufen. Unvermittelt rückte der Andromeda-Nebel in den Mittelpunkt der Berichterstattung. Als sich die umfangreichen Flottenbewegungen nicht mehr verheimlichen ließen, bestätige die Administration intensive Forschungen in einem ganz neuen Bereich.

Sondersendungen wiederholten alles, was der Menschheit über die Andromeda bekannt war. Sie betonten die technische Unmöglichkeit, jemals dorthin zu gelangen. Es sei denn, die geheimen Labors der Flotte würden wieder einmal mit einer Überraschung aufwarten. Findige Reporter entdeckten, dass die Mondwerften unter strengster Geheimhaltung einen neuen Schiffstyp herstellten: riesige Raumgiganten, Meisterleistungen der menschlichen Ingenieurskunst. Und sie stellten die Frage: Weshalb? Wann sagt die Administration endlich die Wahrheit?

Nicht nur ich verfolgte die Meldungen. Wir alle taten es. Uns, alle Menschen, ergriff ein erwartungsfrohes Fieber. Wir schimpften auf die Administration, auf die Geheimniskrämerei der Militärs. Was uns wirklich störte, war, dass wir daran nicht teilhatten.

Der Boden war bereitet. Die feierliche Bestätigung, dass es unseren Schiffen gelungen war, die unfassbare Entfernung zum Andromeda-Nebel zurückzulegen, ließ die Menschenmassen in den Straßen jubeln. Das gemeinsame Gefühl, ein Volk zu sein, zu Recht ein stolzes Volk zu sein, war vielleicht das tiefste, das intensivste Gefühl, das ich jemals bis dahin gehabt hatte. Die Möglichkeit einer Bedrohung wurde diskutiert. Niemand nahm das wirklich ernst. Als ein Sprecher der Administration mit ernstem Gesicht und gesetzten Worten verkündete, dass die Flotte in Alarmbereitschaft versetzt worden war, ging ein Schweigen durch die Menge. Unsere friedlichen Forschungsschiffe waren in Andromeda auf eine Gesellschaftsstruktur gestoßen, die jeder Beschreibung spottete: ein Kastensystem, aufgebaut auf Unterdrückung und Ausbeutung. Das hieß, Armut und Elend für viele, Reichtum und Wohlstand für wenige. Natürlich konnten die Tyrannen nicht zulassen, dass von Außen Unruhe ihr beschauliches Leben getragen wurde. Sie konnten nicht zulassen, dass ihre Völker von der Idee der Freiheit und der Selbstbestimmung infiziert wurden. Deshalb griffen sie uns an.

Ein Raunen ging über die Erde. Das Schweigen entlud sich in einem gemeinsamen Aufschrei: Unvorstellbar!

Die Maschinerie begann, auf Hochtouren zu laufen. Noch mehr Raumschiffe wurden gebaut. Die Produktionszyklen wurden verkürzt. Schließlich wurde angedeutet, dass nicht genügend Personal für die neuen Raumriesen vorhanden war. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich freiwillig zu melden. In jedem Stadtteil wurde ein Rekrutierungsbüro eröffnet.

Am Anfang glaubte ich an den gerechten Krieg. Ich saß in meiner Mietwohnung und lauschte den Berichten im Trivid. Ich entschloss mich. Ich ging, stellte mich in die Schlange und unterschrieb den Vertrag.

Wenige Monate später marschierte ich durch feinkörnigen, rutschenden Wüstensand. Über mir brannte eine gnadenlose Doppelsonne und ich schwitzte in einem stinkenden Schutzanzug.

1.     Ausbildung

Der Unterschied zwischen Phantasie und Realität ist uns allen bewusst und doch werden wir immer wieder von ihm unvorbereitet getroffen. Ich meldete mich freiwillig. Ich wollte meinen Teil beitragen. Ich träumte von mannhaften Kämpfen an der Front. Ich gebe es zu: ich träumte von Heldentaten. In meiner Vorstellung sah ich mich als Pilot in einem schnellen, wendigen, modernen Jäger: überlegen, draufgängerisch und der Feind hatte keine Chance. Bereits bei der Musterung holte die Wirklichkeit mich ein.

Die Freiwilligen wurden in umfangreichen Tests gesiebt. Sie bestanden aus ärztlichen Untersuchungen, Fragebögen, Sportübungen und einem Kreuzverhör, dessen Fragen auf das Gröbste beleidigten und provozierten. Körperliche Merkmale, psychische Verhaltensmuster, erlernte Fähigkeiten und individuelle Talente bestimmten das zukünftige Verwendungsfeld. Ich war klein, melancholisch, hatte meine Ausbildung abgebrochen und liebte es, Abläufe jedweder Art zu perfektionieren. So wurde ich Infantrist. Val, eine Kameradin, meinte: „Als Infanterist verlangen sie von dir zwei Dinge: erstens musst du den Abzug einer Waffe betätigen und zweitens den Befehl ‚Vorwärts’ verstehen können.“

Sie steckten uns in lindgrüne Uniformen. Wir standen bei brütender Hitze bewegungslos auf einem schattenlosen Platz und warteten auf den Befehl zum Rühren. Wir warfen uns auf Kommando auf den staubigen Boden oder rannten von einer Ecke des Platzes zur anderen und zurück. Wir marschierten im Gleichschritt in Kolonnen und lernten, uns der Größe nach in Reihen aufzustellen.

Vor Sonnenaufgang liefen wir Kilometer mit schwerem Gepäck. Wir gruben mit unhandlichen Spaten mannstiefe Löcher in den Boden, krochen hinein und harrten bei nächtlicher Kälte aus. Wir kletterten hinaus und schütteten die Löcher zu, damit die Gruppe hinter uns neue graben konnte.

Unteroffiziere beschimpften uns, weil die Füße nicht im richtigen Winkel zueinander standen. Offiziere drohten mit Arrest, weil der Gruß nicht zu ihrer Zufriedenheit war. Sie ließen alle strafexerzieren, weil sich einer eines Vergehens schuldig gemacht hatte. Es fand sich immer was, wenn sie wollten.

„Zuerst brechen sie uns“, sagte Val, „bis wir über Sinn oder Unsinn nicht mehr nachdenken. Bis wir nur noch funktionieren.“

Sie ertrug die Schikanen mit einer ruhigen Gelassenheit und einem ausgeprägten Zynismus. Sie war intelligent – intelligenter als ich –, hasste jede Konformität und war in ihren Äußerungen direkt und oft beleidigend. Niemand erwartete etwas anderes, denn ihre Heimatwelt war eine kleine, unbedeutende und barbarische Kolonie im Westsektor. Sie hatte sich freiwillig gemeldet, weil die Administration ihr als Gegenleistung die Bürgerrechte der Erde versprochen hatte.

„Eine subtile Form der Erpressung“, kommentierte sie.

Mir hatte man nichts versprochen. Ich hielt diese Wochen durch, weil ich vorher gewusst hatte, was mich erwartete – ich hatte es geglaubt – und weil ich wusste, dass diese Zeit vorbeigehen würde.

Wenn das Ziel der Ausbildung unverzögerter Gehorsam war, dann hatten die Ausbilder Erfolg. Nach nicht einmal vier Wochen dachten wir nicht mehr über die lauthals geschrienen Befehle nach. Wir befolgten sie unverzüglich, nahezu instinktiv. Noch ein Ergebnis stellte sich ein: Kameradschaft. In den Baracken, in den Stuben lebten Männer und Frauen für Tage und Wochen zusammen, die sich im zivilen Leben absichtlich aus dem Weg gegangen wären. Wir lernten, die individuellen Unterschiede nicht nur zu akzeptieren, sondern auch zu respektieren. Val traf den Punkt: „Wir haben alle den gleichen Feind: unsere Ausbilder.“ Vielleicht hätte eine andere, weniger rabiate Art der Ausbildung die gleichen Ergebnisse gebracht, aber die angewandte Methode war erfolgreich. Sie hatte damit ihre Berechtigung.

Die Mannschaften wurden schnell gebraucht. Die Grundausbildung dauerte nur wenige Wochen. Sie wurde unterbrochen von nicht mehr als einem freien Wochenende. An ihrem Ende wurden die Marschbefehle ausgegeben. Val und ich blieben zusammen und wir waren beide zufrieden.

„Du bist in Ordnung“, sagte sie, diesmal ohne ihren gewohnten Zynismus. „Du bist ruhig und weißt einen guten Witz zu schätzen.“

2.     Die neue Heimat

Das Schiff – unser Schiff – wartete in einer Umlaufbahn des Mondes. Mein Gesicht klebte am Bullauge der Fähre. Das Schiff war ein schwarzer Schatten vor dem Hintergrund der Sterne. Es war groß, gigantisch, und es war alt. Raumschiffe waren teuer. Sie wurden nicht verschrottet. 50 Jahre, 100 Jahre oder mehr in Betrieb waren keine Seltenheit. Das hieß, Jahrzehnte an Reparaturen und Ausbesserungen, abgenutzte Stellen oder ein Zuviel an Farbe, unerwartete Lücken zwischen den Aggregaten oder zusätzliche, in die Gänge hineinragende Maschinen. Das Schiff war nicht nur alt, es war auch hässlich.

Val zuckte mit den Schultern. Ich tat ihr nach. Und doch, es störte mich. Es passte nicht in mein Bild.

Der Kapitän dachte gar nicht daran, uns, die Neuen, die Unerfahrenen, sofort in den Schiffsbetrieb einzugliedern. Provisorische Schilder mit handgemalten Pfeilen führten uns in die leergeräumte Ecke einer Nebenschleuse. Im Verlauf der folgenden Tage trudelten mehrere hundert Rekruten ein. Es wurde eng und ungemütlich, und wir saßen auf unserem Gepäck und warteten. Soldat sein, lernten wir, bedeutete Langeweile.

Erneute Tests standen auf dem Stundenplan. Wieder hatte ich das Gefühl, nicht über mich selbst bestimmen zu können. Ich überredete Val zu einem Antrag auf Versetzung. Gemeinsam gaben wir die Papiere ab. Wir baten darum, zusammenbleiben zu können. Der Major grinste. Er dachte das Falsche.

Das Gesuch wurde genehmigt. Wir wurden zu einem Geschütztrupp versetzt, der der Infanterie zugeordnet war. Es war eine Verbesserung, wenn auch nicht das, was wir uns erhofft hatten.

3.     Eingewöhnung

Während das große Schiff noch beladen wurde und die Mannschaften aufgeteilt wurden, begann für uns ein ausführlicher Unterricht.

Rob, unserer Geschützführer, las aus einem Lehrbuch vor. Wir hörten zu, schrieben mit und lernten auswendig. Die Schulungsmaschinen, die den Probanden in eine hypnotische Trance versetzen konnten und neues Wissen nebenbei vermittelten, waren uns nicht zugänglich. Es gab ihrer zu wenige und zu viele Rekruten.

Ich lernte, alle Teile einer Geschützplattform beim Namen zu nennen. Val kommentierte vergnügt: „Es ist immer gut zu wissen, was man nicht anfassen darf.“

Unser Geschütztrupp bestand aus einem Geschützpaar, die Besatzung je Plattform aus drei Personen: Val als Schützin, ich als Pilot und Leonida als Koordinator auf der Zwei. Marie, Carel und Lis taten auf der Eins Dienst – und natürlich Rob als Geschützführer.

Er war, wie er es nannte, aus Verlegenheit Berufssoldat geworden. Nie hatte er damit gerechnet, in den Einsatz gehen zu müssen, ein halbes Jahr vor dem Ablauf seines Vertrages. Er war groß, kräftig und deutlich sichtbar ein eifriger Benutzer von Muskelmaschinen.

„Er ist ein Blender“, meinte Val. „Ich setze einen Zehner, dass er beim ersten ernsthaften Einsatz Mist baut.“

Ich widersprach nicht, denn ich hegte eine deutlich ausgeprägte Aversion gegen ihn. Der Grund war Lis, wie ich mir eingestehen musste. Nur: ich verstand es nicht.

Lis war die Tochter reicher Eltern. Sie strahlte die Selbstsicherheit und Arroganz ihrer gesellschaftlichen Klasse aus. Rob scharwenzelte um sie herum, und sie ließ es sich gefallen.

„Die beiden passen zueinander“, grinste Val. „Eine Puppe und ein Puppenspieler.“

Sie mochte Recht haben, doch den unerwarteten, heftigen Schmerz der Eifersucht in meiner Brust vertrieb es nicht.

Mit Leonida verstand ich mich schnell. Er war der älteste von uns. Er war ruhig und besonnen. Er passte gut zu Val und mir. Auch Marie war umgänglich. Sie lachte oft, und allein deshalb hatte ich sie gerne in meiner Nähe. Carel hatte sich als junger Mann erfolglos als Berufssoldat beworben. Er sah diesen Krieg als Chance, doch noch seinen Traumberuf ergreifen zu können. Wir anderen waren für ihn keine richtigen Soldaten. Von Anfang an orientierte er sich an den Professionellen und strich um sie herum. Dass diese ihn nicht ernst nahmen, bemerkte er nicht oder wollte es nicht bemerken.

„Ein Träumer“, meinte ich zu Val. „Eines Tages wird er schmerzhaft auf die Nase fallen.“ Angesichts dieser banalen Erkenntnis verzog sie das Gesicht und lobte meine Intelligenz.

Ich erwachte mitten in der Nacht durch das Läuten einer Glocke.

„Es geht los“, flüsterte Leonida in das Dunkel. „Das ist das Zeichen, dass wir den Mondorbit verlassen. Spürt ihr das? Das Schiff vibriert.“

Ich lehnte meinen Kopf gegen die Kabinenwand. Ich bildete mir, ein leises Brummen zu hören. Es war enttäuschend und gleichermaßen erstaunlich, dass ein riesiges Schiff wie dieses sich so sanft bewegte.

Das Abenteuer begann. Wir waren auf dem Weg.

„Macht euch nicht in die Hosen“, sagte Val. „Über der Mondbahn ist nur der Sammelplatz. Erst wenn der Konvoi vollständig ist, beginnt die Reise.“

Ich verbrachte viel Zeit bei meinem Geschütz. Ich war der Pilot, also überprüfte ich die Steuerung, ließ die AG-Elemente warmlaufen, ließ die Plattform ein paar Meter schweben und setzte sie wieder ab. Während der gesamten Zeit an Bord bewegte ich sie vielleicht um einhundert Meter. Hin und her, vor und zurück. Der Platz reichte nicht für praktische Übungen. Das traf nicht nur mich als Piloten. Auch Val, die Schützin, gab aus verständlichen Gründen keinen einzigen Schuss ab. Leonida, unser Koordinator schaltete seine Konsole ein, erzeugte ein einfaches Prallfeld und schaltete die Aggregate wieder aus. Unsere Erfahrungen, wenn man sie denn so nennen will, holten wir uns ausschließlich im Simulationsraum. Zumindest hier waren wir ein hervorragend aufeinander eingespieltes Team.

Die höheren Unteroffiziersränge und die Offiziere besaßen eine eigene, fest zugeteilte Ausrüstung. Wir hingegen erhielten das benötigte Material hier im Schiff. Die Ausrüstungskammer versuchte vergeblich, einen passenden Kampfanzug für mich aufzutreiben. „Asiatischer Zwerg“, kommentierte Val.

Sie nannte die Anzüge treffend Kunststoffsäcke mit Pisstüte. Nun, es waren eben einfache, zweckmäßige Konstruktionen.

Meine, unsere erste Tat bestand darin, den Gestank der Vorbesitzer und den Muff einer langen Lagerzeit mit viel Seife und viel Wasser und einer sehr harten Bürste aus dem Inneren herauszuwaschen. Danach roch mein Anzug besser, aber passen tat er immer noch nicht.

Wir wurden ausgelacht von den Berufssoldaten. Sie trugen richtige Kampfanzüge.

„Sie schicken uns in einen Krieg mit einer Ausrüstung aus der Rumpelkammer“, sagte ich böse.

Val lachte kurz. „Was hast du erwartet? Glaubst du, sobald ein neues Modell entwickelt wird, werden alle alten weggeworfen? Glaubst du, sie würden uns Amateuren die neusten Modelle geben?“

Wie gesagt, sie besaß einen zynischen Humor.

Der tägliche Dienst war langweilig und dauerte trotzdem bis zu zwölf Stunden oder länger. Er war eine reine Beschäftigungstherapie, die uns von dummen Gedanken abhalten sollte. Einen nicht unbeträchtlichen Teil unserer Freizeit verbrachten wir in der Messe mit dem Trinken eines schwach alkoholhaltigen Bieres, dem einzigen offiziellen alkoholhaltigen Getränk an Bord. Es reichte nicht, betrunken zu werden, aber man konnte sich einreden, nicht mehr nüchtern zu sein.

Marie hatte eine gescheiterte Ehe hinter sich. Ihr Mann hatte sich eine andere gesucht.

„Was für ein Idiot“, sagte Leonida und schmachtete sie an. Wir lachten, während Marie verlegen errötete.

„Wenn man Jahre mit jemanden zusammengelebt hat und dann so plötzlich so allein ist, das ist fürchterlich. Ich war darauf nicht vorbereitet. Ich musste etwas tun, um wieder zu mir finden. Entschuldigt, wenn das so klischeehaft klingt, aber es ist die Wahrheit. Als die Flotte Freiwillige suchte, dachte ich mir, das sei genau das Richtige, das Verrückteste, um wieder normal zu werden.“

„Und?“ fragte Leonida. „Hat's geklappt?“

Marie nickte. „Bisher ja. Ja.“

Ich saß neben Lis. Es war ein Zufall, mehr nicht. Sie roch. Sie trug ein – vermutlich teures – Parfüm, das sich schwer auf die Atmung legte. Ich mochte es nicht.

Wir tranken unser Bier aus der Flasche, sie aus einem Glas.

Der Blick, mit dem sie mich musterte, war so offensichtlich ablehnend, wie man ihn nur nach jahrelanger Übung erhält. Wenn Val mich als asiatischen Zwerg bezeichnete, dann war das nicht mehr als eine freundschaftliche Derbheit. Lis meinte es beleidigend ernst. In ihren Augen war ich kein Umgang.

Vals Aufmerksamkeit wanderte zu den Männern an einem Nebentisch. Sie entschuldigte sich bei uns und setzte sich zu ihnen. Kurz darauf war sie in mit einem aus der Stammbesatzung in ein angeregtes Gespräch vertieft. Val schloss schnell Kontakt, wie ich neidisch bemerkte. Ich sah Lis' Erstaunen. Auch sie dachte das Falsche.

„Wir sind nur Freunde“, sagte ich. Sie errötete ertappt.

Lis war die Koordinatorin der Eins. Sie saß bei dem Simulationen immer schräg vorne rechts von mir. Val als Schützin hatte ihren Platz etwas erhöht auf der linken Seite. Es kam vor, dass mein Blick zwischen Val und Lis pendelte und dass ich Vergleiche anstellte. Ich mochte Val. Sie war ein Freund. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Lis jedoch begann, meine Phantasie anzuregen.

„Irgendwo in ihr steckt ein netter, liebenswerter Mensch“, sagte ich einmal zu Val und war überrascht darüber, dass ausgerechnet ich Lis verteidigte. „Irgendwann wird dieser andere Mensch in ihr herauskommen.“

„Sicher“, spottete Val. „Alle anderen Männer sind hinter ihr her, weil sie einen riesigen Busen hat und den Intellekt einer Wanze. Nur du bist der große Philanthrop.“

Manchmal war ich nahe daran, sie umzubringen.

4. Der erste Einsatz

Wir bezogen am Rande der Andromeda eine Warteposition in einem Doppelsonnensystem. Wir waren nervös, aufgeregt, gespannt und ungeduldig. Dann kam der Einsatzbefehl. Wir – zusammen mit einigen Tausend anderer Besatzungsmitglieder weiterer Schiffe – würden die festungsähnlichen Anlagen des Feindes erobern.

„Es ist nur ein Nebenschauplatz“, erklärte Rob. „Das Hauptkontingent der Flotte befindet sich weiter in Richtung Zentrum.“

Vals Bemerkungen wurden noch zynischer. Leonida und Marie hielten sich verstohlen an den Händen. Carel trieb sich noch häufiger als sonst bei den Profis herum. Rob verschwand spurlos. Lis saß abseits auf einem unbequemen Stuhl. Ich selbst, ich gebe es zu, begriff die Bedeutung der Wörter Schiss haben.

„Ich weiß nicht, was ihr habt“, sagte Lis. „Deshalb sind wir doch hier, oder?“

Sie hatte Recht. Es änderte jedoch nichts.

Leonida zog eine kleine Tüte aus der Tasche. Er entnahm ihr ein Injektionspflaster. Mit spitzen Fingern legte er es auf den Tisch.

„Carel“, erläuterte er, „hat das von einem von der Stammbesatzung bekommen.“

Val hob das Pflaster auf, drehte und betrachtete es. „Ein Muntermacher?“, fragte sie.

Leonida nickte. Ich nahm das Pflaster aus ihrer Hand. Ich fand nur den Aufdruck des Herstellers, keine Inhaltsangabe.

„Es gibt drei Gründe, ein Injektionspflaster nicht zu beschriften“, überlegte ich laut. „Entweder ist es leer. Oder es ist etwas drin, was nicht drin sein dürfte oder jeder weiß, was drin ist. Eurem Gesichtsausdruck zufolge, treffen die Gründe zwei und drei zu. Also: was ist los?“

Val zog eine Grimasse. „Stell dir vor, du bist im Kampf. Wäre es da nicht gut, etwas zu haben, was deine Konzentrationsfähigkeit erhöht, deine Ausdauer verlängert, deine Auffassungsgabe stärkt und gleichzeitig deine Müdigkeit verdrängt?“

„Sicher“, stimmte ich zu. „Wenn es um mein Leben geht, ist das gerechtfertigt.“

Val hob das Pflaster hoch. „Und wenn du bereit bist, den Preis zu zahlen. Ich habe keine Erfahrungen damit, aber ich habe davon gehört. Offiziell ist es verboten. Ein Chemiecocktail. Wenn du Glück hast, hat das Zeug keine nachteiligen Wirkungen. Wenn du Pech hast, wirst du süchtig. Wenn du noch mehr Pech hast, sind psychische oder physische Erkrankungen die Folge. Paranoia, Schizophrenie, absterbendes Hirngewebe … Lauter unangenehme Sachen.“

Ich starrte das Pflaster an. Ich fragte mich, wie weit man gehen durfte.

Mein Refugium an Bord des Schiffes war das Solarium. Es war nie wirklich leer, aber ich hatte eine etwas abseits gelegene Stelle gefunden, an der man ruhig sitzen konnte und doch den großen Raum im Überblick hatte. Zu meiner Überraschung saß Lis auf meinem Platz. Ich unterdrückte die Regung, auf der Stelle umzukehren. Ich setzte mich schweigend neben sie.

„Ihr seid gute Freunde, nicht war?“, fragte sie.

„Wer?“

„Du und Val.“ Sie sah den künstlichen Hang hinunter. „Ich beneide euch. – Ich habe keine Freunde. Keine richtigen Freunde.“

Ich antwortete nicht.

„Du und Val. Marie und Leonida. Ihr gebt euch gegenseitig Kraft.“ Sie verschränkte ihre Arme auf den Knien und bettete die Stirn darauf. „Magenschmerzen“, murmelte sie dumpf, „Krämpfe. In der letzten Nacht habe ich kein Auge zugetan.“

„Jeder von uns ist nervös“, meinte ich.

„Nein, nicht jeder. An dir scheint die ganze Aufregung vorbeizugehen. Val versteckt sich hinter ihren Witzen, Leonida und Marie klammern sich aneinander, Carel rennt bei den Profis rum, und Rob blättert ununterbrochen in den Dienstanweisungen. Nur du, du bist ruhig.“

„Vielleicht bin ich nur ein besserer Schauspieler.“

Sie lehnte ihren Kopf an meine Schulter. Ich saß steif. Ein kaum wahrnehmbarer, frischer und angenehmer Duft von Zitronen ging von ihr aus. Vorsichtig legte ich meinen Arm um sie. Sie zitterte.

„Weshalb bist du hier?“, fragte ich leise.

Nach Sekunden, als ich schon nicht mehr mit einer Antwort rechnete, flüsterte sie kaum hörbar: „Meine Eltern, meine Freunde, … Sie reden über den Krieg, aber sie tun nichts. Es schien mir nicht richtig zu sein, wie sie einfach nur rumzusitzen und zuzusehen, wie andere unsere Freiheit verteidigen.“

In diesem Punkt hatte Val unrecht: Lis war keine Puppe.

*

Unser Schiff landete nicht. Es schwebte über der Wüste, weit hinter der Front. Wir schleusten aus und vereinigten uns mit den Mannschaften der anderen Schiffe auf einem Sammelplatz mitten in der Einöde. Und wir warteten. Und warteten. Und warteten unter zwei fremden heißen Sonnen. Die Klimaanlagen der Anzüge liefen ununterbrochen. Die Batterien verbrauchten sich rasch. Wir stellten uns in die Schlange vor einem mobilen Kraftwerk, warteten, luden die Batterien auf und stellten uns hinten in der Schlange wieder an.

Schließlich kam der Einsatzbefehl. Der Auftrag war einfach: vorrücken, den Feind ausschalten, in die Festungen vordringen.

Der Ärger begann mit den Geschützen. Sie trafen nicht.

Val schimpfte. Es stimmte alles: Winkel, Entfernung, Energie. Das Ziel lag im Kreuz: das Geschütz schoss daneben. Ein weiterer Schuss auf das gleiche Ziel und der Einschlag saß auf der anderen Seite, oder zu hoch oder zu tief.

„Mit diesem Ding zu treffen, ist reine Glückssache“, rief Val erbost.

Zwar rückten wir auf breiter Front vor, und der Feind zog sich kontinuierlich in die eigenen Stellungen zurück, aber das lag mehr an unserer zahlenmäßigen Überlegenheit und nicht an der Qualität unserer Waffen. Beim Training, bei den Simulationen – simulierte Gefechte mit simulierten Geschützen – hatte jeder Schuss im Ziel gesessen. Die Regeln nach denen der Schütze vorgehen musste, waren vorgegeben. Sie waren im Endeffekt absolut sicher. Alle Werte standen auf Grün, auf Erfolg. Dies waren Hochenergie–Geschütze, keine ballistischen Geschütze. Es war unmöglich, daneben zu schießen. Und doch waren es nur Glückstreffer, die Val landete. Sie gab es auf, ein bestimmtes Ziel treffen zu wollen. Sie wählte eine Gruppe, die groß genug war, so dass der Treffer irgendwo in dieser Gruppe landen musste.

„Warum“, sagte ich laut zu Val, „sollten sie uns Amateuren neue Modelle geben?“

„Weil ich gerne lebe und auch weiterhin leben möchte“, antwortete sie und drückte verbissen den Feuerknopf.

Langsam ließ ich die Zwei vorwärtsgleiten, immer darauf bedacht, neben der Eins zu bleiben und in einer Linie mit der breitgestreckten Front.

Der Feind, der irgendwie gar kein Feind war, denn es war eine programmierte Roboterarmee, zog sich zurück.

„Der Feind setzt Roboter ein“, kam mir ein Gedanke. „Weshalb tun wir das nicht auch?“

Val sah mich mit dem Gesichtsausdruck an, mit dem man einem Kind, einem sehr dummen Kind etwas erklärt. „Wie lange bist du jetzt mein Militär? Rechne aus, was das gekostet hat. Hast du? Jetzt schätze mal, was ein Roboter kostet.“

Ich starrte sie mit offenem Mund an. Eindeutig: Val stellte einen neuen Rekord an Zynismus auf.

„Mach nicht so ein Gesicht. Auch das Militär ist letztendlich ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen.“

Die Infanteristen drangen in die Festung ein. Wir blieben auf Abruf im Hintergrund. Die meisten Gänge waren nicht groß genug für unser Geschütz. Wir warteten, bis wir gerufen wurden und brachen uns notfalls einen Weg durch die Wände.

Vollkommen überraschend kam der Rückzugsbefehl.

Der Feind war nicht geschlagen. Als wir uns entfernten, kam er aus seinen Löchern gekrochen. Wir rückten genauso langsam und vorsichtig ab, wie wir gekommen waren.

Wir kehrten zurück zum Sammelplatz. Rob informierte uns, dass wir hier auf unsere Aufnahme warten würden. Morgen. Vorsichtshalber würden wir eine Wache auf dem Dünenkamp aufstellen. Dabei sah er mich an. Ich nahm eines der Esspakete aus einem Vorratsbehälter des Geschützes und kletterte auf eine Düne.

Ich zog meinen Handschuh aus. Mit der Faust schlug ich in den feinkörnigen Sand. Es schmerzte nicht genug, also schlug ich wieder und wieder.

„Was machst du da?“, fragte Val. Sie war mir gefolgt.

Ich hätte es ihr nicht erklären können, deshalb antwortete ich nicht. Ich atmete tief durch und öffnete das Paket. Mit gerunzelter Stirn betrachtete ich den Inhalt.

„Was ist das eigentlich?“

„Es gibt Leute, die nennen so etwas Essen. In unserem Fall Abendessen. Ich selbst nenne es: Etwas, dessen Bestandteile nicht genauer zu definieren sind und im allgemeinen bei richtiger Anwendung nicht zum Tode führt. Eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigungen sind aber nicht auszuschließen.“

Sie öffnete ihre Verpackung und begann zu kauen. Sie spuckte aus. „Bäh.“ Sie sog am Rohr einer Trinkflasche und spülte ihren Mund aus.

„Weshalb kam der Rückzugsbefehl? Wir waren doch auf dem Vormarsch?“

Sie zuckte mit den Schultern. „Soldaten befolgen Befehle. Sie stellen keine Fragen.“

„Ich hatte nie den Ehrgeiz, ein guter Soldat zu sein.“

„Weshalb bist du dann hier?“

Das war eine berechtigte Frage. „Vor ein paar Wochen hätte ich dir darauf eine Antwort geben können. Jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich glaube, der einzige von uns, der einen wirklich rationalen Grund für sein Hiersein hat, bist du.“

Wir schwiegen. Nach einigen Minuten nickte sie mir kurz zu und rutschte den Hang hinunter. Ich beobachtete den Horizont und lutschte an der Fruchtstange, die als kleine Aufmerksamkeit beigelegt war. Unten sprachen sie leise miteinander. Es war dunkel dort. Ich sah einen Schatten empor klettern.

Die untergehende Sonne spiegelte sich rötlich in Lis' Haar. Sie gab mir eine neue Wasserflasche. „Für dich von Val.“

Sie setzte sich, richtete ihren Blick auf den Horizont und meinte: „Eigentlich ein sehr schöner Anblick.“

Wenn man kitschige Sonnenuntergänge mag, dachte ich.

Ich nahm einen großen Schluck aus der Flasche.

„Was hast du mit deinen Händen gemacht?“, fragte sie.

„Nichts“, antwortete ich. Sie nahm meine Hand und untersuchte sie.

„Abgeschürft“, stellte sie fest. Murmelnd fügte sie hinzu: „Wie hast du denn das gemacht. Du solltest sie säubern.“ Sie nahm die Flasche, tränkte ein kleines Tuch und wischte vorsichtig über die Wunden.

„Weißt du, was ich als erstes machen werde, wenn wir wieder an Bord sind?“

„Duschen“, riet ich.

„Nein. Pinkeln.“

Ich starrte sie an. Nachdem ich meine Verblüffung überwunden hatte, lachte ich unterdrückt.

„Das ist nicht zum Lachen“, meinte sie. Sie spielte die Eingeschnappte. „So komfortabel diese Anzüge auch ausgestattet sind – es ist nicht dasselbe.“

Ich hatte Mühe, nicht laut loszuprusten.

Langsam versank die rote Scheibe unter dem Horizont.

„Du hast recht“, sagte ich, „eigentlich ein schöner Anblick.“

„Vielleicht etwas zu kitschig“, korrigierte sie.

Zwischen den Dünen brannte ein Licht. Die anderen waren Schemen: hell beleuchtete auf der einen Seite, dunkel auf der anderen.

„Es ist schön, hier mit dir zu sitzen“, sagte Lis zögernd. Sie blickte hinunter. „Aber ich sollte jetzt gehen.“

Ich sah ihr nach, dann auf den dunklen, nicht mehr zu erkennenden Horizont. Nach ein paar Minuten fiel mir ein, dass ich Wache halten sollte. Ich klappte das Visier mit dem Infrarotfilter runter.

Am Mittag des nächstens Tages holten uns die Fähren ab.

*

Carel war verunsichert. „Sie räumen ihre Sachen weg“, sagte er zusammenhanglos.

„Welche Sachen?“, fragte Marie.

„Von den …“ Er stockte. „Von denen, die nicht wiedergekommen sind.“

„Gestern waren sie noch da“, fuhr er fort. „Wir haben geredet. Und sie haben Witze gemacht. Und gelacht haben sie.“ Er starrte in die Luft. „Jetzt sind sie einfach nur weg.“

Val setzte sich in ihrem Bett auf. „Na ja. Der Angriff war zwar nur ein Test, aber im Krieg bedeutet ein Test eben Tote.“

Carel blinzelte hektisch. Er verstand es schneller als ich.

„Was?“, schnappte ich schließlich. „Der ganze Angriff war nur ein Test?“

Val nickte. „Der Admiral wollte zum einen wissen, wie die Stärken verteilt sind, und zum anderen, wie wir Amateure uns machen. Er hatte nie geplant, die Festungen wirklich einzunehmen. So gesehen war der Test zu erfolgreich.“

„Die Toten, nur für einen Test?“, wiederholte ich entsetzt. Ich verspürte einen tiefen Zorn.

„Nun …“, begann Val.

„Jetzt nicht!“ blaffte ich sie an. „Behalt deinen gottverdammten Zynismus für dich!“

Trotz meiner Wut erkannte ich, dass meine Kameraden die falschen Ansprechpartner waren. Ich hatte das Bedürfnis, etwas zu zerschlagen. Ich fand nichts, also trat ich mit Kraft gegen die Tür des Spinds. Es schepperte, aber es half nicht. Ich flüchtete hinaus und irrte durch die Gänge, bis ich das Solarium erreichte.

„Ich wusste, dass ich dich hier finde“, sagte Lis. Ich hatte ihr Kommen nicht bemerkt. Sie setzte sich neben mich, zog die Knie an und umarmte sie.

„Was willst du?“

Sie legte eine Hand auf meine Schulter. „Ich verstehe dich.“

Ich schüttelte sie ab. „Nichts verstehst du“, fauchte ich. Ich wusste im selben Moment, dass mein Angriff auf sie ungerechtfertigt war. „Nichts. Lass mich in Ruhe. – Weshalb lässt du mich nicht in Ruhe?

„Ich möchte dir helfen“, sagte sie.

„Du mir helfen? Ein verwöhntes Millionärstöchterchen, ein gebleichtes blondes Dummchen will mir helfen?“

„Es gibt keinen Grund, beleidigend zu werden“, antwortete sie kühl. Sie stand auf und blickte auf mich hinunter. „Ich bin mit den besten Absichten gekommen. Leider bist du im Moment nicht bereit, das anzuerkennen.“ Sie drehte sich und ging.

Mit offenem Mund sah ich ihr nach.

5.     Die Station

Die Zentrale des Feindes war vielfach gesichert. Der Plan, sie zu knacken, war trotzdem einfach. Zwei der Großkampfschiffe, darunter unseres, würden die Station angreifen. Sie würden versuchen, die Schutzschirme mit konzentriertem Feuer zu durchbrechen. Gelang das, sollten wir in einem Blitzmanöver ausgeschleust werden und eindringen. Das bedeutete, dass die Geschützplattform aus mehreren hundert Metern, vielleicht sogar Kilometern Höhe zu Boden fallen würde. Wichtig war dabei das Zusammenspiel zwischen Leonida und mir. In der Simulation hatten wir diese Abwürfe geübt. Aber dies war unser erster echter. Und um uns herum würden Hunderte, Tausende von Soldaten ebenfalls der Oberfläche entgegenstürzen.

Alle Einheiten saßen in den Schleusen und warteten auf das Signal. Mit jedem Schlag gegen die Hülle des Schiffes, mit jedem erneuten Aufbrausen der Triebwerke, dem Aufheulen der Reaktoren, stieg unsere Nervosität. Ich verkrampfte. Ich erwartete den Befehl zum Ausschleusen. Er kam nicht. Stattdessen wurde die Bereitschaft aufgehoben und wir wurden in die Kabinen zurückgeschickt. Ich hatte die unserige noch nicht erreicht, als mich die Nachricht der Flüsterpostille erreichte: das Schwesterschiff war vernichtet worden.

Langsam sickerte das Verstehen durch.

„Niemals“, sagte ich mit trockenem Mund zu Val, „würde ich freiwillig mein Leben aufs Spiel setzen, wenn nur eine 50%-ige Überlebenschance besteht.“

Diesmal blieb sie still.

*

Der Plan wurde nicht aufgegeben. Er wurde geringfügig abgeändert, und wir lernten eine ernsthafte Offensive kennen. Der Angriff in der Wüste stellte sich im Nachhinein als eine Spielerei heraus.

Über uns jaulten die Jets. Sie griffen die Festung aus der Luft an und lenkten dessen Geschütze von uns ab. Pausenloses Intervallfeuer versuchte, sie aus dem Himmel zu holen. Als ein Großkampfschiff heranschwebte und sich in den Angriff einschaltete, schien dies die Apokalypse. Das Schiff war ein gigantischer, blitzespeiender Umriss. Es verdeckte die Sonne mit einem bedrohlichem Schattenwurf auf den Boden. Jetzt kamen die richtigen Geschütze des Feindes zum Einsatz. Feuerstrahlen mit einem nicht mehr schätzbaren Durchmesser fauchten donnernd durch die Luft und griffen nach dem schwebenden Ungetüm. Entladungen sprangen aus den Schutzschirmen wie die Protuberanzen einer kleinen Sonne. Ich fühlte Panik in mir aufsteigen. Ich wollte rennen. Weg von hier. Weit weg von dieser ausgebrochenen Hölle. Das Schiff war unser Verbündeter und doch flößte es mir Furcht ein. Was war ich, was war ein Mensch gegen diese Gewalten? Wie spielten hier mir Dingen, die wir als technische Großtaten feierten, und sie überforderten uns und hatten am Ende nur den einen Zweck: zu zerstören, zu töten. Weshalb wurde die Kraft, die dies geschaffen hatte, nicht für menschlichere Schöpfungen eingesetzt? Was könnte man erreichen, wenn all die Intelligenz, die Schaffenskraft und die Werte, die dies Instrumentarium der nackten Gewalt geschaffen hatten, sich auf das Leben und nicht auf den Tod konzentrieren würden?

Wir lagen unter direktem Feuer. Der Schirm des Geschützes an unserer linken Seite flammte auf, blitze und erlosch. Ich sah die Gestalten der Besatzung stolpern und fallen. Die Plattform senkte sich und rutschte einen Abhang hinunter.

„Zurück“, befahl Rob. „Wir warten auf Luftunterstützung.“

Ich lenkte unser Geschütz rückwärts hinter eine Deckung. Das Wrack und die bewegungslosen Gestalten hielt ich im Auge. Der Zwang, helfen zu müssen, wurde übermächtig. Ich sprang auf und bedeutete Leonida, eine Lücke im Schirm zu schalten. Er sah mein entschlossenes Gesicht. Er weigerte sich nicht. Ich rannte hinüber. Rob schrie im Sprechfunk. Ich ignorierte es. Das Material des anderen Geschützes zeigte deutliche Hitzespuren. Ich fasste einen Anzug an der Schulter und drehte ihn. Das Visier war offen.

Schnell untersuchte ich auch die beiden anderen: das gleiche Bild. Ich lief zurück. Rob brüllte immer noch. Er drohte mit dem Kriegsgericht. Es war mir egal.

„Halt' endlich deine verdammte Schnauze“, fauchte Val. Rob verstummte.

Val betrachtete mich schweigend. Ich zuckte mit den Schultern und setzte mich auf meinen Platz.

Ich sah die Umrisse von Lis hinter dem flimmerndem Schutzschirm. Ihr Bild verschwamm. Für einen Moment sah ich mich selbst, wie ich mich über sie beugte, sie zu mir drehte und in das offene Visier starrte. „Niemals“, stieß ich laut hervor, „niemals!“ Mein Herz pochte heftig, mein Atem ging schwach und stoßweise. Ich zitterte am ganzen Körper. Mein Geist trennte sich in zwei Teile. Der eine war wie gelähmt, der andere beobachtete sich selbst. Die Welt um mich herum versank in einem unwirklichen Nebel.

Ich atmetete tief und langsam und schob alle Teile meines Ichs wieder an die richtige Position.

Über uns donnerten die Jets durch die Atmosphäre.

„Vorwärts!“, befahl Rob.

Ich ließ das Geschütz steigen.

Wir griffen mit Großkampfschiffen aus dem Raum an, mit Jägern in der Luft und mit Geschützen am Boden. Wir überrannten den äußersten Verteidigungsring, nivellierten die Kuppeln der Festungsgeschütze und Stoßtrupps sabotierten die Kraftwerke tief im Boden. Kommandos stürmten durch unterirdische Gänge in die Terminals, und Techniker zapften die Computerspeicher an. Als wir uns zurückzogen, hinterließen wir mehrere kleine Ostereier, die der Reihe nach explodierten und den Boden kilometerweit erzittern ließen.

Wir standen weit entfernt und beobachteten die flammenden Feuer und den hoch aufsteigenden Rauch. Wir hatten unser Ziel erreicht. Wir hatten ein Inferno hinterlassen.

„Das war ziemlich bescheuert von dir“, sagte Val.

„Nein“, verteidigte Lis mich. „Irgendjemand musste sich um sie kümmern.“

„Es ist nicht unsere Aufgabe. Dafür sind die Sanis da. John hat keine medizinische Ausbildung. Er hätte nichts unternehmen können, um ihre Verletzungen zu behandeln. Verletzungen durch Hochenergiewaffen sind tückisch und nur mit Spezialmittel zu behandeln.“

„Das hat sie nicht getötet“, sagte ich. „Sie sind nicht durch Schüsse getötet worden.“

„Blödsinn“, sagte Rob. „Kollektiver Selbstmord, oder was?“

„Nein. Vielleicht war der Beschuss von außen der Auslöser. Aber das hat sie nicht getötet.“ Ich schwieg für einen Moment. „Ein Hitzestau hat sie getötet. Ausgelöst durch das eigene Geschütz.“

„Woher willst du das wissen?“, zweifelte Rob.

„Ich habe in ihre Helme gesehen“, sagte ich. „Da war nichts. Nur Asche.“

Lis sah mich mit großen Augen an. „Nichts?“, fragte sie ungläubig.

Ich nickte. „Nichts. Die Helme waren leer. Nur Spuren von Asche.“

Val biss sich auf die Unterlippe. „Die Synchronisation muss versagt haben. Oder der Schütze hat in dem gleichen Moment gefeuert, in dem der Schirm getroffen wurde. Die Automatik hat nicht rechtzeitig blockiert, und die Schussenergie hat sich im Inneren des Schirms entladen. Ich erinnere mich, dass der Schirm für Sekunden von innen heraus geleuchtet hat, bevor er zusammengebrochen ist.“

„Ich hatte Verletzungen erwartet“, fuhr ich fort. „Darauf war ich eingestellt. Blut, Verbrennungen und sowas. Aber nicht darauf, nichts zu sehen. Außer Asche im Helm. Und unter dem Helm der Körper …“

6.     Raumkampf

Die Sirenen heulten. Sie verstummten, für einen kurzen Moment, um dann erneut ihr markdurchdringendes Geschrei auszustoßen. Jedes Mal wenn sie erklangen, war das Schiff getroffen worden. Das Geheul der Sirenen war das Schreien eines todwunden Tieres.

Wir redeten nicht. Wir saßen dicht zusammengedrängt im Bereitschaftsraum und hatten eine erbärmliche Angst. Wir konnten nichts tun außer zu warten, zu hoffen, zu beten.

Rob hatte sein Datenkabel in den Interkom-Anschluss gestöpselt. Konzentriert verfolgte er die offiziellen Meldungen. Wieder jaulten die Sirenen. Rob sprach in sein Mikrofon, dann wandte er sich an uns.

„Hüllenbruch auf Deck C, vier-vier-zwölf. Wir sollen die notwendigen Maßnahmen ergreifen. Dann los. – Lis und ich werden direkt nach Deck C aufsteigen. Val, du gehst mit den anderen zum Depot. Ich gebe euch durch, welche Teile wir brauchen und ihr bringt sie nach.“

Endlich etwas zu tun. Endlich die ersehnte Ablenkung. Endlich ein Weg, die Angst zu verdrängen. Ich sprang auf und rannte Val hinterher. Beim Depot warteten wir. Val versuchte über den Helmfunk, Verbindung mit Rob aufzunehmen: ohne Erfolg. Betreten sahen wir uns an.

„Wir sollten ein paar Sachen mitnehmen und uns schnellstens auf den Weg machen“, schlug Leonida vor.

Val nickte. „Wir nehmen drei AG-Träger und beladen sie mit Reparatursets. Ladet auf, was ihr findet. Und dann nichts wie ab.“

Wir beeilten uns. Es war ein mühseliger Weg mit den beladenen Trägern im Schlepp. Als wir uns der Hülle näherten, trafen wir auf abgesperrte Sektionen, die wir umgehen mussten. Val klinkte sich in den Interkom ein, um die freien Wege zu erfahren. Wir hatten zitternd und verängstigt im Bereitschaftsraum gesessen und uns das Schlimmste vorgestellt. Jetzt erhielten wir einen Eindruck davon, was das Schiff wirklich abbekommen hatte. Es beruhigte uns nicht.

Dann standen wir vor geschlossenen Schotts. Val deckte die Augen mit der Hand ab. Sie versuchte, durch die gläserne Sichtscheibe die Druckanzeige auf der anderer Seite zu erkennen und zu lesen.

„Scheint OK zu sein. Trotzdem: Helme dicht.“ Sie griff nach dem Handrad und drehte es. Wir waren still. War da nicht ein leises Pfeifen, als die Luft durch das sich öffnende Ventil zog? Val ruckte an dem Schott und öffnete es. Ich atmete aus. An diesem Gang lag nur eine seitliche Tür: eine Ventilationskammer. Die Maschine war ausgeschaltet. Das nächste Schott. Der Druckanzeiger, der sich auf beiden Seiten des Schotts befand, war eine simple mechanische Einrichtung mit einer unbegrenzten Lebensdauer. In der Theorie. Und wir hatten gelernt, der Theorie der Militärs zu misstrauen. Das Schott öffnete sich problemlos. Dahinter sahen wir Qualm. Irgendwo musste es brennen. Val zögerte. Hinter welcher Tür brannte es? Befanden sich Verletzte hier? Was hatte Priorität? Der Hüllenbruch, Lis und Rob oder eventuell vorhandene Verletzte?

„Vielleicht sollten wir uns trennen“, schlug ich vor. „Ich könnte nach Lis und Rob suchen, während ihr euch um das hier kümmert.“

Ich sah ihr Lächeln hinter der Helmscheibe. Sie durchschaute mich.

„Einverstanden. Nimm dir zwei Notschleusen mit und beeil dich, bitte.“

„Sicher“, antwortete ich, griff nach den Beuteln und rannte los.

Ich war noch ein Deck zu tief und mehrere Abteilungen entfernt. Die Treppe befand sich hinter dem übernächsten Schott. Das erste öffnete ich ohne Schwierigkeiten, hinter dem folgenden war das erwartete Vakuum. Ich riss einen Beutel auf, legte die breiten Klebestreifen frei und schaffte es nicht, sie an der Decke zu befestigen.

Ich war zu klein.

Ich fluchte. Ich öffnete die Türen zu den Nebenräumen und fand ein langes Rohr. Mit seiner Hilfe gelang es mir, die Notschleuse anzubringen. Ich drehte an dem Handrad des Schotts und lauschte dem Pfeifen der entweichenden Luft. Die Hülle der Notschleuse hinter mir straffte sich.

„Val?“, sprach ich ins Mikrophon. Ich erhielt keine Antwort. Im Empfänger war nur Rauschen. Ich hastete die Treppe hoch und mehrere Gänge lang. Immer wieder wurde ich durch geschlossene Schotts aufgehalten. Ich öffnete sie und sparte mir das Schließen, denn hier war nur Vakuum. Ich erreichte vier-vier-zwölf. Oder das, was es einmal gewesen war. Ein riesiges Loch gähnte in der Hülle. Dahinter sah ich die Sterne des Alls. Der Anblick der Unendlichkeit, nur ein paar Meter entfernt, ließ mich vorsichtig weitergehen.

Der Geschützturm, ein Deck höher, hatte seinen Halt verloren und war nach unten gestürzt.

„Lis? Rob?“ Ich erschrak fast, als ich in dem Rauschen unerwartet die helle, leise Stimme von Lis erkannte: „John? John? Gott sei Dank. – Wir sind hier, hinter dem Geschütz. Dahinter!“

Ich tastete mich weiter vor, an das Geschütz heran und suchte eine Öffnung zur anderen Seite. Auf dem Bedienungspanel leuchteten eine Reihe von Lichtern. Ich registrierte es nebenbei. Das Geschütz stand noch unter Strom. Vermutlich war es für die Funkstörung verantwortlich.

Hinter dem Gewirr aus Kabeln und Verstrebungen blinkte ein Licht auf.

„Wie sind hier“, hörte ich Robs Stimme in dem Rauschen.

„Ich sehe ein Licht“, antwortete ich laut.

„Ja. Das ist meine Lampe.“ Das Licht wurde heftiger hin und hergeschwenkt.

Ich setzte das Rohr unter dem Geschütz an und versuchte, es hochzuhebeln.

Ich benutzte mein Gewicht und meinen Willen. Das Geschütz bewegte sich langsam. Der erste Anzug wurde sichtbar. Einer der beiden robbte durch die schmale Öffnung auf meine Seite. Dann der andere. Aufatmend ließ ich das Geschütz wieder sinken. Aber es kam nicht zur Ruhe. Es rollte weiter, zur Seite. Zu meiner Seite. Ich sah, wie sich die Kabel spannten und dachte: Sie halten. Sie müssen halten. Das taten sie nicht. Sie rissen. Ich stolperte einen Schritt zurück, fiel und das Geschütz rollte weiter auf mein Bein.

Ich schimpfte laut und lange. Rob und Lis beugten sich über mich.

„Gut“, sagte Rob. „Ich werde die Stange hier ansetzen, und du ziehst dann möglichst schnell dein Bein weg.“

„Versuchen wir's“, antwortete ich. Seltsamerweise verspürte ich keine Angst, sondern nur Ärger über mich selbst.

Ich zog mein Bein zurück und krabbelte rückwärts so schnell ich konnte aus der Gefahrenzone. Ich spürte deutlich das Ziehen an meinem Bein: ein Riss im Anzug. Mein Ärger wich einer kalten Ruhe.

„Was ist?“, fragte Rob.

„Wartet“, sagte ich. Die Reparaturstreifen befanden sich in einer kleinen Tasche am Gürtel. Ich zog den Klettverschluss auf und fummelte einen Streifen heraus. Auf der Rückseite befanden sich zwei Zuglaschen. Ich zog eine auf und klebte sie auf den Anzug, dann die andere Lasche und schloss den Riss ganz. Ich sagte mir immer wieder leise vor: John, du weißt, was du zu tun hast. Im Training hast du es schon früher getan.

Ich atmete erleichtert durch und dann brannte ein wahnsinniges Feuer durch mein Bein. Ich schrie.

Liz kniete neben mir. „Was …?“

„Verdammt“, presste ich heraus. „Scheint so, als ob ich den Riss zu spät geschlossen habe. Ich weiß zwar nicht, was genau verletzt ist, aber es tut verdammt weh.“

Mühsam erhob ich mich. Ich humpelte ein Paar Schritte. Jeder einzelne schmerzte unerträglich. Lis stützte mich, als wir den Weg zurückgingen.

Auf halben Weg kamen uns Val und die anderen entgegen. Val bemerkte meine Schmerzen. Nach einer kurzen Erläuterung bestand sie darauf, mich in die Krankenstation zu bringen.

„Er kann alleine gehen“, sagte Rob. Val wollte protestieren. Ich winkte ab.

Ein paar Meter schaffte ich. Das verletzte Bein knickte unter mir weg. Mühsam hielt ich mich aufrecht. Sofort war Val neben mir.

„Ich werde ihn stützen“, sagte Lis auf meiner anderen Seite. Ihr Ton duldete keinen Widerspruch. Val verzog überrascht das Gesicht. Sie grinste und trat bereitwillig zurück.

Wir waren nicht die einzigen auf dem Weg zur Krankenstation. Je näher wir ihr kamen, desto mehr Verletzte begegneten uns. Sie humpelten wie ich, oder sie hielten blutdurchtränkte Verbände an ihre Körper gepresst oder lagen auf Tragen. Nicht alle wurden in die Behandlungsräume gebracht. Bisher hatte ich mir keine Gedanken darüber gemacht: natürlich gab es an Bord auch eine Leichenhalle.

Lis begleitete mich bis zum Eingang der Krankenstation. Die Sanitäter hatten im Gang provisorisch Tische aufgestellt, an denen sie Schnelldiagnosen vornahmen.

Ich schickte Lis weg. „Viel Glück“, sagte sie tonlos unter dem Eindruck dieses Schreckenbildes.

Ich hatte Schmerzen, aber ich fühlte mich nicht todkrank. Ich ließ viele Neuankömmlinge vor – ein Kabinett des Grauens zog an mir vorbei. Ich war sehr still.

„Welcher Art ist Ihre Verletzung?“, fragte der Sanitäter. Ich erzählte ihm das Geschehene. Er bat mich um ein Muster der Reparaturstreifen, die ich benutzt hatte.

„Oh, oh“, sagte er. „Die alten. Vermutlich haben Sie keine Verletzung aufgrund des Luftverlustes, sondern wegen dieser Streifen. Sehen Sie, die Klebeschicht löst die oberste atomare Schicht der Hülle des Schutzanzugs und verschmilzt mit ihr. Unter bestimmten Bedingungen, wenn der Anzug alt ist und die Streifen alt sind, wird aber nicht nur die oberste Schicht beeinflusst. Die Hülle verflüssigt sich für einen Moment regelrecht und brennt sich in die Haut und tiefer. Können Sie ihr Bein herausziehen? Nein? Dann bilden die Haut Ihres Beines und der Anzug jetzt eine Einheit. Das Problem besteht darin, wie bekommen wir Ihr Bein aus dem Anzug heraus?“

Er füllte eine Karte aus, gab sie mir und deutete auf eine vollbesetzte Bank. „Setzen Sie sich dahin, Raum 3. Es kann noch etwas dauern.“

Er behielt recht: es dauerte. Schließlich lag ich auf einer Liege. Der Arzt oder Sanitäter gab mir eine Injektion. Durch einen Nebel sah ich zu, wie sie das Bein aufschnitten, das Material mit einem Spachtel trennten und mich dann zu viert aus dem Anzug zogen. Übrig blieb ein rotmilchiger, fleischiger und unansehnlicher Fleck auf meinem Bein. Der Sani legt eine Biofolie drüber. Er fixierte sie mit einem Verband.

„Wieder wach?“

Ich nickte benommen. Er reichte mir eine Folie mit eingeschweißten Tabletten. „Die Wunde ist betäubt. In der Biofolie befindet sich neben einem Antibiotikum auch ein Schmerzmittel, das langsam abgesondert wird. Sollten Sie trotzdem Schmerzen haben, nehmen Sie eine hiervon nach eigenem Ermessen. Aber bitte nur, wenn nötig. Melden Sie sich dann morgen für einen neuen Verband.“

Er gab mir eine Krücke. „Für die nächsten Tag sind Sie vom Dienst befreit. Legen Sie sich hin, und lassen Sie Ihr Bein heilen.“

Ich humpelte zurück in meine Kabine.

Ich lag in meinem Bett. Lis stand neben mir. Sie sah auf mich herab.

„Bevor ich es vergesse: Danke.“ Sie beugte sich vor und küsste mich auf die Wange.

„Das war nicht nötig“, sagte ich. „Falscher Heldenmut sollte nie belohnt werden.“

Sie lächelte und griff nach meiner Hand – und ließ sie abrupt los, als Val hereinkam.

„Ich muss jetzt gehen“, murmelte sie.

Val blickte ihr nach. „Sieht so aus, als würdest du den Vogel abschießen.“

„Was?“

Sie schüttelte den Kopf und sah mich herablassend an. „Der Mann erfährt es immer als letzter. – Sie ist scharf auf dich, falls du es noch nicht bemerkt haben solltest.“

„Blödsinn.“

Sie grinste. „Du hast etwas an dir, das einfach unwiderstehlich für Frauen ist.“

„Und was soll das sein?“

„Du weckst den Mutterinstinkt.“

Ich warf das Kissen nach ihr.

7.     Heimwärts

Wir saßen in unserer Kabine und warteten. Der Kapitän hatte die Führungsoffiziere zusammengerufen. Was immer er zu verkünden hatte, es musste wichtig sein.

„Deshalb sind wir hier“, flüsterte Lis so leise, dass nur ich es hören konnte, „um zu kämpfen.“

Als Rob durch die Tür trat, empfingen wir ihn mit Schweigen. Es war das Schweigen von Lämmern, die wussten, dass sie auf die Schlachtbank geführt wurden.

„Es ist noch nicht offiziell“, sagte Rob, „aber es ist so gut wie sicher: die beschädigten Schiffe – dazu gehören wir – fliegen zur Erde zurück!“

Die Erleichterung löste die Zungen. Wir sprachen durcheinander. Liz suchte meinen Blick. Ich antwortete mit einem Lächeln.

„Vermutlich wird ein Konvoi gebildet, der im Gänsemarsch und Schneckentempo zurückfliegt“, fuhr Rob fort. „Wir haben also ein paar sehr ruhige Wochen vor uns.“

Natürlich kam es anders.

Der Rückflug wurde bestätigt. Zuvor sollten die Besatzungen der bleibenden Schiffe aufgefüllt werden. Ich machte mir keine Sorgen, denn schließlich war ich verletzt. Aber seltsam genug, dann war ich es, der den Marschbefehl erhielt.

„Es ist nicht fair“, sagte Lis.

„Das Leben war noch nie fair“, antwortete ich. „Ich habe nachgefragt. Es ist kein Irrtum.“ Ich erwähnte nicht das hämische Grinsen in Robs Gesicht, als ich ihn darauf angesprochen hatte.

„Die Rückkehr zur Erde bedeutet nicht, dass du ausgemustert wirst“, fuhr ich fort. „Vielleicht wird eine Verteidigungslinie auf der Erde angelegt, vielleicht kommst du mit dem nächsten Schiff hierher zurück.“

Diesen Aspekt hatte sie noch nicht bedacht. „Du meinst, es ist noch nicht vorbei?“

Ich schüttelte den Kopf. „Vermutlich nicht.“

Sie schwieg eine Weile. „Ich weiß, es ist eine dumme Idee“, brachte sie zögernd heraus. „Aber wenn du zur Erde zurückkommst, würdest du mich besuchen?“ Sie stockte. „Ach, vergiss es. Eine dumme Idee.“

Ich erhob mich und stützte mich auf die Krücke. „Ja. Das ist es wohl. Eine sehr dumme Idee.“

Später packte ich meine wenigen Sachen. Der Abschied von meinen Kameraden war kurz und nur teilweise herzlich. Wir versprachen, uns später wieder zu treffen und glaubten doch nicht daran. Ich sah Lis' ausdrucksloses Gesicht. Möglicherweise dachten wir beide dasselbe: es war vorbei, bevor es begonnen hatte.

„Pass etwas auf sie auf“, forderte ich Val leise auf. Sie zog ein Gesicht und murrte. Aber sie war ein Freund. Ich wusste, dass ich mich auf sie verlassen konnte.

Die Fähre brachte mich zu meinem neuen Zuhause.

Ich fragte den Major, weshalb man gerade mich ausgewählt hatte.

„Nun“, erläuterte er, „das System ist einfach. Wir durchsuchen die Personalakten nach bestimmten Spezifikationen. Sie sind im Raster hängengeblieben, weil Ihre Ausbilder und Vorgesetzten Ihnen hervorragende Qualifikationen mitgegeben haben und weil Sie während Kampfhandlungen zwei ihrer Kameraden aus einer lebensbedrohenden Lage gerettet haben.“

Auf meine Bitte drehte er den Schirm und zeigte mir meine Personaldaten. Die Eintragungen und Beurteilungen waren von Rob. Die entscheidenden waren fast alle nach der Bekanntgabe des Heimfluges eingegeben worden.

Kameradschaft …

Das Trivid war voll davon gewesen. Seite an Seite, zusammengeschweißt zu einer Einheit, einer für alle, alle für einen – Kameraden im Angesicht des Todes…

Rob war der Offizier, ich nur ein Rekrut. Er war der Profi, ich der Amateur. Und doch hatte ich seine Autorität in Frage gestellt. Ich war seinen Befehlen nicht gefolgt. Ich hatte ihn aus einer gefährlichen Situation befreit. Ich hatte es gewagt, ihn in seinem Selbstverständnis als Mann anzugreifen: Ich hatte mich für dieselbe Frau interessiert. Und am Ende hatte Lis sich für mich entschieden, nicht für ihn, wie es ihre natürliche Wahl hätte sein müssen.

Es war eine billige Rache, die Rob an mir nahm. Er bewies sich selbst, dass er am Ende der Stärkere, der Bessere von uns beiden war.

Der Major lachte. „Niemand behauptet, dass das System perfekt ist. Damit werden wir leben müssen.“

Er hatte Recht. Das System war nicht perfekt. Es war alles andere als das.

Epilog

Während ich in Andromeda zitternd vor Angst in der blechernen Hülle eines Raumschiffes saß, trug der Feind die Auseinandersetzung in die Heimat, zur Erde.

Die kritischen Stimmen zu diesem Krieg mehrten sich. Ihre Anzahl wurde zu einer Bedrohung der Administration und ihrer Politik. Da, unerwartet, fanden die Behörden heraus, dass eine Vielzahl von Politikern, Unternehmern und Wissenschaftlern durch nahezu perfekte Doppelgänger ersetzt worden waren. Die Duplikate wurden dingfest gemacht, die Opfer befreit und die kritischen Stimmen wurden leiser. Ich stellte mir jedoch die Frage, wer echt war und wer ein Duplikat.

Buchstäblich in der letzten Sekunde wurde ein Attentat in der Solar Hall verhindert, ein Attentat, dem ein Großteil der Regierungsspitze zum Opfer gefallen wäre. Noch mehr kritische Stimmen wurden leiser oder verstummten. Ich stellte mir jedoch die Frage, wer die Bombe gelegt hatte.

Jeder Krieg ist teuer. Jeder Krieg belastet die Wirtschaft. In dem Maße, in dem die Produktion militärischer Güter anstieg, in dem gleichen Maße sank die Produktion privater Güter. Unsummen von Kapital wurden in den Bau von Raumschiffen gesteckt und nicht wenige wurden unwiederbringlich zerstört. Eine schleichende Inflation setzte ein. Die Administration finanzierte die Aufrüstung mit Krediten. War es da nicht ein Geschenk des Himmels, dass der Feind zum Ende des Krieges Falschgeld in Umlauf brachte und die Inflation weiter anheizte? Ich stellte mir die Frage, wem die Inflation wirklich genutzt hatte.

Früher wurden Kriege finanziert, indem man den Soldaten erlaubte, zu plündern. Unsere Wissenschaftler übernahmen die Technik des Feindes, wo sie der unseren überlegen war. Sie fragten nicht, sie zahlten nicht: sie taten es. Ich stellte mir die Frage, ob die Zeiten der Plünderung wirklich vorbei waren.

Als ich zurückkam, fand ich keine Arbeit. Durch den Weggang der Freiwilligen waren Lücken entstanden, die von den Daheimgebliebenen gefüllt wurden. Kaum jemand dachte daran, die neu gewonnene Position aufzugeben.

Ich mietete ein kleines Appartement in den Außenbezirken der Stadt.

Sie sagten uns, dass eine potentielle Bedrohung unschädlich gemacht worden war. Ich fragte mich, wer wen bedroht hatte.

Sie sagten uns, dass wir die Tyrannen besiegt hätten. Ich fragte mich, wer das Machtvakuum ausfüllen würde.

Sie sagten uns, dass die Toten ein geringer Preis für die Freiheit gewesen waren. Ich fragte mich, was die Toten dazu sagen würden.

Sie sagten uns, dass wir gewonnen hätten. Vielleicht hatten sie Recht, vielleicht hatten wir gewonnen. Ich jedoch, ich hatte verloren. Ich hatte meinen Glauben verloren. Ich hatte meine Heimat verloren.

Ich betrachtete meine Veteranen-Medaille. Ich warf sie in den Müllschlucker.

Leonida und Marie blieben zusammen. Sie nahmen ihre Arbeit wieder auf, bezogen ein gemeinsames Appartement und lebten ein normales Leben. Sie versuchten es. Carel wurde krank. Er nahm Tabletten und der Analytiker wurde sein bester Freund. Rob bekam von Lis einen Korb, wurde befördert und wechselte als Sicherheitsoffizier in den diplomatischen Dienst. Val verzichtete auf die Einbürgerung. Sie kehrte zurück in ihre Heimat. „Natürlich muss ich zuhause um das Überleben kämpfen“, sagte sie, „aber es ist ein ehrlicher Kampf.“ Lis' Eltern waren noch reicher geworden. Ihre Freunde diskutierten über den Krieg, als ob sie dabeigewesen wären und ignorierten Lis' Einwände.

Ich weiß das, weil Lis mich suchte und fand. Wir saßen zusammen, sahen zurück und nahmen unsere Abfindung und gingen mit Val.

Diese Erde war nicht unsere Erde.


Anmerkungen zu den Kapiteln

Einführung

Der letzte Satz des Kapitels „So kam es, dass ein kleines Volk, das ein kleines Reich am Rande der Milchstraße sein eigen nannte, zwangsläufig einer ganzen, weit entfernten Galaxis den Krieg erklären musste“ ist insofern falsch, als dass eine offizielle Kriegserklärung von beiden Seiten nie ausgesprochen wurde.

Prolog

Bei den „friedlichen Forschungsschiffe“ handelte es sich fast (?) ausnahmslos um Schlachtschiffe. Auch die Aussage „Deshalb griffen sie [die Machthaber in Andromeda] uns an“ ist eigentlich nicht korrekt. Genau genommen waren die Terraner die Eindringlinge und die MdI haben sich verteidigt. Aber es dürfte eher unwahrscheinlich sein, dass das auch so in den Medien gebracht wurde.

Ausbildung

Laut Aussage in den Heften wurde der „Drill“ von Rekruten schon während der Zeit der „Dritten Macht“ abgeschafft. Das klingt gut. Allein: mir fehlt der Glaube. Speziell bei der Infanterie kann die unverzügliche Ausführung von Befehlen missionsentscheidend und/oder für die Soldaten überlebenswichtig sein. Das unverzügliche Ausführung von Befehlen ist nicht angeboren und lässt sich nicht nach Belieben an- und ausschalten: es muss trainiert werden. Eine Armee, die auf den Drill verzichtet, muss sich vorwerfen lassen, nicht im Interesse ihrer Soldaten zu handeln.

Die neue Heimat

50 bis 100 Jahre im Betrieb sind eine positive Schätzung. Das tatsächliche Alter dürfte bei vielen Schiffen, vor allem bei den großen „Pötten“, darüber liegen. Raumschiffe sind teuer.

Die Infanterie besteht nicht nur aus Fußsoldaten, die mit dem Gewehr in der Hand vorstürmen. Zu der Infanterie gehören auch Sanitäter, Funker, usw., oder – wie in diesem Fall – kleine Geschütztrupps, genauer: Geschützplattformen.

Der erste Einsatz

Neben dem von mir beschriebenen „Muntermacher“ wurde zeitweise (?) eine in etwa gleichwirkende Droge (zum Kauen) mit dem Namen „Ara Grün“ verwendet.

Die offizielle Begründung für den Einsatz von Menschenmaterial statt Robotern ist die Erfahrung (aus dem – allerdings schon etwas zurückliegenden – Konflikt mit dem Robotregenten), dass menschliche Soldaten den Maschinen ca. im Verhältnis 5:1 überlegen sind. Man kann diese Behauptung glauben, oder man kann, wie Val es tut, nach einer anderen, handfesteren Begründung suchen. Aber sie ist schließlich eine Zynikerin.

Ende
Top